In der Ausgabe 6/2014 berichtet das Magazin MountainManager über ein interessantes HydroSeeding-Projekt. Dabei musste eine abgerutschte Einschnittböschung an einer Bahntrasse in der Verbandsgemeinde Wissen an der Sieg (Landkreis Altenkirchen) schnell und sicher vor dem Wintereinbruch begrünt werden. Die Internationale Geotextil GmbH | IGG war an der Konzeptentwicklung beteiligt und lieferte den HydroSeeder und die Zusatzstoffe.

Das Unternehmen DB Netz AG betreibt in Deutschland knapp 34.000 km Eisenbahnstrecken, auf denen 39.000 Züge täglich fahren. Um auf diesen Bahntrassen immer einen reibungslosen Bahnverkehr zu sichern, muss ein Maximum an Qualität und Sicherheit aller technischen Anlagen und Ingenieurbauwerke ständig gewährleistet sein. Dies betrifft neben den Schienen und Gleisbetten auch die Böschungen entlang der Fahrwege, wobei ökologische und regionale Aspekte ein wichtiges Anliegen sind.

Anspritzbegrünung bei Problemstandorten

Um die auf einer Länge von circa 100 m abgerutschte Einschnittböschung schnell und sicher noch vor dem Wintereinbruch begrünen zu können, hat IGG in Zusammenarbeit mit der Projektleiterin Dorothea Rosenberg von DB International GmbH und der Firma Sebastian Tillmann – Straßen- und Tiefbau GmbH als mit der Durchführung der Bauarbeiten beauftragten Tiefbaufirma ein spezielles HydroSeeding-Konzept erarbeitet. Seit dem Abrutschen der Böschung im Jahr 2005 war an dieser Stelle eine ständige Langsamfahrstelle mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h eingerichtet. Das Ziel der Baumaßnahme war es, den betrieblichen Regelzustand wiederherzustellen.

Da die Arbeiten an der Bahnstrecke im Dezember 2013, also außerhalb der Vegetationszeit, abgeschlossen wurden, haben die beteiligten Firmen ein besonderes Augenmerk auf die Auswahl eines standortgerechten Saatgutes gelegt. Die 1.500 g/m² große Fläche wurde mit einem für Trockenlagen geeignetem Regiosaatgut aus der Region „Westdeutsches Tiefland“ (Aussaatmenge: 5 g/m²) sowie 10 g/m² Winterweizen (Triticum aestivum) als Frühbegrünungskomponente im Nassansaatverfahren begrünt.

HydroSeed-Technologie optimal geeignet

Die HydroSeed-Technologie stellte sich in diesem Fall als besonders gut geeignet heraus, da nur so die vollständige Begrünung der teilweise schwer erreichbaren Böschung sichergestellt werden konnte. Darüber hinaus konnte mit Hilfe der flüssigen Anspritzmasse das Saatgut auch in die Zwischenräume des Hartkalksteinschotters eindringen, wodurch ein gleichmäßiges Begrünungsergebnis erreicht werden konnte. Die Böschung wurde nach der Rutschung abgetragen und anschließend nach dem Verfahren als „Bewehrte Erde-Konstruktion“ bis zu 4,0 m Dicke mit Schotter wieder aufgebaut

Nach dem Anspritzvorgang wurde noch eine Erosionsschutzmatte aus Kokos mit einem Flächengewicht von 450 g/m² verlegt und mit Holzpflöcken aus Buche auf der Böschung befestigt. Dadurch wird der Oberflächenerosionsschutz verstärkt und auf bis zu 36 Monate nach der Verlegung verlängert. Nach Abschluss der Bauarbeiten zeigte sich Sebastian Tillmann als Inhaber der ausführenden Firma begeistert darüber, dass ihm und seinen Mitarbeitern als Spezialisten für den Straßen- und Tiefbau mit Unterstützung der IGG Fachleute die Einarbeitung in die im Tiefbau unübliche Technik der Anspritzbegrünung reibungslos gelungen ist.

Die Böschung ist mittlerweile (August 2014) völlig begrünt und stabilisiert. Der Winterweizen dominiert optisch die Fläche und schütz die jungen Gräser und Kräuter vor Austrocknung und zu starker Sonneneinstrahlung.

Der Artikel ist im MountainManager Ausgabe 06/2014 erschienen.

Nassansaat mit einem Finn T30 HydroSeeder der Firma IGG