Bei Rees am Niederrhein im Landkreis Kleve wurde im August 2015 nach 15 Jahren Planungs- und Entwicklungszeit und rund sechs Jahren Bauzeit der Bau der Flutmulde Rees abgeschlossen. Bei der Einweihung dieses richtungweisenden Bauprojektes waren unter anderem NRW-Umweltminister Johannes Remmel sowie Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, zu Gast. Gelobt wurde insbesondere der gelungene Ausgleich von Bedürfnissen der Binnenschifffahrt mit Anforderungen des Naturschutzes und des Tourismus

Ihren Nutzen konnte die Flutmulde bereits Mitte Januar 2015 beweisen. Dort sorgte eine Hochwasserlage für eine komplette Überspülung des Flutmulden-Bereiches. Auch wenn sich die Bauarbeiten dadurch um gut eine Woche verzögerten, war es für die Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Rhein spannend zu sehen, dass die Flutmulde wie geplant funktioniert und den Hochwasserdruck auf die Reeser Stadtmauer tatsächlich deutlich vermindert.

Die Arbeiten am Bau der Flutmulde wurden 2009 aufgenommen. Ein Hauptteil der Bauarbeiten waren die umfangreichen Erdbewegungen. Insgesamt wurden etwa 2,1 Millionen Kubikmeter Oberboden abgeschoben. Dies entspricht in etwa dem Volumen der Cheops-Pyramide in Ägypten.

Zum Schutz von Böschung und Sohle der Flutmulde bei hohen Wasserständen wurden nach dem Aushub etwa 320.000 Quadratmeter mit Quarzsand gefüllte Filtermatten verlegt. Oberhalb der Mittelwasserlinie wurden iGGmat Vmax P550 Erosionsschutzmatten verlegt. Diese dreidimensionalen, dauerhaften Matten wurden speziell für den Einsatz im Gewässerausbau entwickelt. Sie bestehen aus einem Grund- und Deckgitter aus Polypropylen mit einem gecrimpten PP-Gitter sowie einer PP-Faserauflage in der Mitte. Neben den iGGmat Vmax P550 Erosionsschutzmatten wurde auch die iGGmat Vmax C350 Erosionsschutzmatte mit Kokosfaser in den oberen Böschungsbereichen zum Einsatz. Die Matten wurden entweder mit Nassansaat oder Röhrichtpflanzen begrünt. Die knapp 84.000 Quadratmeter iGGmat Vmax P550 sowie iGGmat Vmax C350 Erosionsschutzmatten verleihen der Bepflanzung eine langfristige Stabilität und schützen die bewachsene Bodenoberfläche gegen die Erosionskräfte des Rheins.

In Gebieten mit einer besonders hohen Strömungsgeschwindigkeit wurden die iGGgab Flussmatratzen aus sechseckmaschigem, mehrfach gedrilltem, verzinktem Stahldraht eingesetzt. Dies ist zum Beispiel im Bereich oberhalb der Fährrampe der Fall, die gleich zu Beginn der Bauarbeiten im Winter 2009/2010 neu angelegt wurde. Die Körbe haben eine Größe von 4,0 x 2,0 x 0,3 Metern und sind durch Trennwände in 2,0 x 1,0 Meter große Einheiten unterteilt. Die iGGgab Flussmatratzen wurden vor Ort aufgefaltet, eingebaut und an ihrer endgültigen Position mit Schotter befüllt. Die Zwischenräume der rund 36.000 Tonnen Schotter wurden anschließend mit Oberboden-Substrat-Gemisch eingeschlämmt. Auf den eingeschlämmten Drahtkörben wurden etwa 16.000 Quadratmeter vorgezogene Röhrichtmatten verlegt und befestigt. Der so entstandene Röhrichtsaum der Mittelwasserlinie geht böschungsaufwärts in eine feuchte Hochstaudenflur über.

Bereits wenige Monate nach der Einweihung lässt sich sagen, dass die Flutmulde Rees nicht nur in der Lage ist, Hochwasserlagen wie geplant zu entschärfen, sondern auch hinsichtlich der Berücksichtigung des Natur- und Landschaftsschutzes als vorbildlich gelten kann. Auf der Ausgleichsfläche an der Reeserschanz haben sich bereits 10 Kibitz-Paare niedergelassen. Gleichzeitig ist es gelungen, die Schiffbarkeit der verkehrsreichsten Wasserstraße Europas zu sichern.

Verlegte Erosionsschutzmatte Vmax C350 890
iGGmat Vmax C350 Erosionsschutzmatten an der Flutmulde Rees